Kitesurfen für Anfänger: Unsere Tipps
Wer schon mal einen Kitesurfer gesehen hat, wie er scheinbar mühelos über die Wellen dahingleitet, hat sich mit Sicherheit auch gefragt, was beim Kite Surfen für Anfänger zu beachten ist oder ob Windsurfen einfacher ist. Sind bestimmte körperliche Voraussetzungen nötig? Welche Ausrüstung braucht ihr?
Ab wann können Kinder bzw. Jugendliche das Kiten überhaupt lernen? All diesen und noch weiteren Fragen werden wir uns im Folgenden widmen. Auch einigen Sicherheitsaspekten widmen wir uns. Danach werdet ihr wissen, ob auch ihr schon in den nächsten Sommerferien einen Kitesurfkurs belegen könnt.
Welche Voraussetzungen sind zum Kiten notwendig?
An dieser Stelle sind somit vor allem Sie als Eltern gefragt, denn Sie kennen Ihr Kind am besten und können dessen körperliche und geistige Reife einschätzen: Neigt Ihr Kind eher zu risikoreichen Alleingängen oder befolgt es in der Regel die Anweisungen einer Autoritätsperson? Besitzt Ihr Liebling ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein und kann Gefahrensituationen als solche erkennen?
Ist Ihr Kind für sein Alter sehr sportlich? Diese und ähnliche Fragen sollten Sie sich vorab stellen. Im Folgenden finden Sie einige weitere Kriterien, welche Ihnen bei der Entscheidung behilflich sein können. Kitesurfen ist nicht nur ein aufregender, sondern vor allem auch ein kräftezehrender Sport. Kids, die diesen erlernen wollen, sollten eine ausreichende körperliche Fitness besitzen und vor allem gesund sein.
Chronische Erkrankungen wie Asthma schränken nicht nur im schulischen Sportunterricht ein, sondern stellen auch beim Kiten einen hohen Risikofaktor dar. Sollte Ihr Kind unter einer chronischen Krankheit leiden, ist dies vorab mit den Betreuern und Trainern im zu besprechen. Eine weitere und ganz wichtige Voraussetzung: Ihr Kind muss unbedingt schwimmen können! Insbesondere bei Anfängern sind gelegentliche Bauchlandungen im Wasser vorprogrammiert.
Viele Wassersportschulen geben ein Mindestalter an, ab dem Personen das Kitesurfen bei ihnen lernen können. Das hängt meist mit der vorhandenen Ausrüstung und den vorherrschenden Bedingungen zusammen. Theoretisch können schon Kinder ab sieben oder acht Jahren das Kiten lernen. Dann benötigen sie jedoch eine auf ihre Körpergröße und -masse angepasste Ausrüstung, die nicht jede Wassersportstation bieten kann.
Daher wird häufig fürs Kitesurfen ein Mindestgewicht von 50 kg oder ein Alter ab 12 bis 14 Jahren angegeben. Wer leichter ist, kann nicht bei jeder Windstärke aufs Wasser. Wer dagegen ein Gewicht über 90 bis 100 kg hat, braucht einfach nur ein größeres Brett und einen größeren Kite – und schon kann es losgehen! Eine gewisse Grundfitness sollte vorhanden sein, was ja für jeden etwas komplexeren Sport sinnvoll ist. Das heißt, es muss keine besondere Kraft oder Ausdauer vorhanden sein, um den Kitesport auszuüben.
Denn ihr haltet den Kite nicht in der Hand, sondern hängt ihn an eurem Hüftgurt ein. Dadurch wird seine Kraft auf euren ganzen Körper übertragen und nicht nur auf eure Arme wie beim Wakeboarden zum Beispiel. Der Kite zieht also euch und ihr konzentriert euch dann auf das Lenken. Dies ist beim Kitesurfen viel wichtiger als eine große Kraft aufzuwenden.
Wer ihn in Zukunft regelmäßig betreibt, wird natürlich automatisch fitter, wie bei jedem anderen Sport auch. Natürlich solltet ihr relativ gut schwimmen können, um euch eine Weile lang über Wasser halten zu können, wenn ihr ins Wasser gefallen seid. Mitunter müsst ihr auch eine gewisse Strecke bei leichtem oder mittleren Wellengang schwimmen können, um euer Board oder das Ufer wieder zu erreichen.
Professionelle Anleitung beim Kitesurfen für die Grundlagen
Ganz wichtig ist, dass ihr das Kiten nur in Begleitung erfahrener Kitesurfer ausprobiert, die auch Erfahrung im Unterrichten haben. Auch eine Schnupperstunde bei einem Kumpel ist nicht ausreichend, um sich danach selbstständig und sicher mit dem Kitedrachen fortzubewegen. Als Neuling übersieht man schnell absolut wichtige Punkte, die für ein sicheres Surferlebnis unbedingt notwendig sind.
Damit bringt ihr möglicherweise nicht nur euch in Gefahr, sondern auch andere Menschen, die zur selben Zeit auf dem Wasser unterwegs sind. Seid euch also immer eurer Verantwortung für euch und eure Mitmenschen bewusst, wenn ihr zum Kiten in See stecht. Damit ihr alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen einhaltet, sucht euch eine Wassersportschule, die euch die Grundlagen dieses Trendsports erklärt.
Hier bekommt ihr zu Beginn eine detaillierte Einweisung in Material und Sicherheitsregeln. Auch die Kitesurfen Theorie zu Wind und Wasser ist enthalten. So erhaltet ihr einen guten und sicheren Einstieg in den Kitesport. Deren Kitelehrer begleiten euch auch bei euren ersten Versuchen auf den Wellen, sodass ihr schnell Erfolge erzielen könnt. Erst wenn ihr genau wisst, was ihr wann tun müsst und sicher im Umgang mit der Ausrüstung seid, dann könnt ihr euch auch alleine aufs Wasser wagen. In unseren Kitecamps für Jugendliche ab 13 Jahren arbeiten wir auch mit erfahrenen Kitelehrern zusammen.
Diese bringen den jungen Teilnehmern die Grundlagen dieses Wassersports bei. So lernen diese alles Wichtige in einem sicheren Umfeld. Wenn Interessierte den Grundschein im Kiten machen, haben sie eine gute Grundlage, um danach auch alleine über die Wellen zu reiten.
Mit Vorkenntnissen zu schnelleren Erfolgen beim Kiten
Abhängig von den sportlichen Vorerfahrungen und etwaigen Vorkenntnissen aus ähnlichen Wassersports dauert es dann länger oder kürzer bis ihr die Grundlagen draufhabt. Wer schon einmal auf einem Surfbrett stand, Wasserski, Snowboard oder Skateboard gefahren ist, kann sich besser vorstellen, wie es sein wird das Gleichgewicht auf einem Kiteboard zu halten.
Ihm fällt dann eventuell der Einstieg in das Kiten leichter, weil er seine Balance besser halten kann. Doch normalerweise finden sich Menschen, die keine solchen Erfahrungen haben, ebenfalls relativ schnell in das Haltens des Gleichgewichts ein. Wenn ihr also noch keine Vorerfahrung dieser Art habt, probiert das Kiten trotzdem ruhig aus. Eine viel größere Herausforderung ist für neue Lerner eher die Koordination von Kiteschirm und Board. Hierbei erfüllen die Wassersporttrainer eine wichtige Rolle, denn sie kennen die besten Techniken und Methoden, um diese Herausforderungen zu meistern.
Wer Drachen fliegen kann oder reiten geht, kann meist relativ schnell den Kite richtig lenken, weil es Parallelen zu diesen Sportarten gibt. Windsurfer dagegen kennen sich schon besser mit den Verhältnissen von Wind und Wasser aus. Das Handling der Windsurfausrüstung lässt sich jedoch nicht mit dem Kiten vergleichen. Wollt ihr dennoch einmal das Windsurfen ausprobieren, dann könnt ihr in den Sommerferien in ein Feriencamp mit Windsurfen an der Ostsee fahren.
Genug Zeit einplanen, bis ihr sicher Kiten könnt
Jeder fängt mal klein an. Und zu Beginn ist es vielleicht erst einmal nur eine Schnupperstunde. Wenn ihr nach dieser Lust auf mehr verspürt, folgt möglicherweise als nächstes ein Kite Grundkurs, in dem ihr die erwähnten Grundlagen lernt. Je nach Vorerfahrungen und Talent dauert es eine Weile bis ihr euch sicher auf dem Brett halten und den Drachen richtig lenken könnt. Innerhalb eines Kitekurs im Urlaub könnt ihr sicherlich einen guten Einstieg finden.
Bis ihr jedoch wirklich sicher auf dem Brett steht und den Kite in verschiedenen Situationen kontrollieren könnt, vergeht eine gewisse Zeit. Wie bei jedem Sport ist zu Beginn intensives Training nötig, um ihn richtig zu beherrschen. Die Profis kommen schon zu Ostern an die Ostsee. Wer jedoch nur mal ausprobieren will, wie das Kiten ihm liegt, der kann ja in den nächsten Sommerferien einfach mal in eines unserer Kitecamps kommen. Diese finden an der Ostsee statt, wo es einerseits gute Windbedingungen für Anfänger gibt und andererseits eine Wassersportschule, die Erfahrung mit jungen Lernern hat.
Häufige Fragen zum Kite Surfen für Anfänger
Wie lernt man Kitesurfen?
Habt ihr euch schon mal gefragt: Wie lerne ich Kitesurfen? Kitesurfen lernt man am besten strukturiert, sicher und mit professioneller Anleitung. Der wichtigste erste Schritt ist ein Kitesurfkurs in einer zertifizierten Kiteschule, da gerade Anfänger die grundlegenden Sicherheitsregeln und den Umgang mit dem Equipment unbedingt korrekt lernen sollten. Selbstständiges Lernen wird ausdrücklich nicht empfohlen, weil Fehler beim Starten, bei der Kitegröße oder im Handling schnell gefährlich werden können.
Zu Beginn steht immer die Theorie: Ihr lernt, wie Wind funktioniert, was das sogenannte Windfenster ist und wie Sicherheitssysteme wie das Quick-Release funktionieren. Danach folgen erste praktische Übungen, oft zunächst an Land mit einem kleinen Trainerkite, um ein Gefühl für die Steuerung zu entwickeln.
Im Wasser geht es dann Schritt für Schritt weiter: erst das Steuern des Kites, dann Bodydrag (sich vom Kite durchs Wasser ziehen lassen) und schließlich der Wasserstart mit dem Board. Mit zunehmender Übung lernt ihr, stabil zu fahren und später auch Höhe gegen den Wind zu halten.
Ab wie viel Knoten kann man kiten?
Grundsätzlich kann man sagen: Kitesurfen ist ab einer Windstärke von 10–11 Knoten möglich, aber das ist eher die absolute Untergrenze. In diesem Bereich bleibt der Kite gerade so in der Luft, und das Fahren ist vor allem für Anfänger schwierig.
Richtig gut und kontrollierbar wird es ab etwa 12–14 Knoten. In diesem Windbereich hat der Kite genug Zug, um dich zuverlässig aus dem Wasser zu ziehen und stabil zu fahren, ohne dass es zu gefährlich wird. Der ideale Lernbereich liegt meist bei ca. 12 bis 20 (oder 25) Knoten. Hier hast du genügend Power, aber noch ausreichend Kontrolle – perfekt für Wasserstarts und erste Fahrten. Nach oben hin wird es schnell anspruchsvoll: Ab etwa 25–30 Knoten wird es für Anfänger schwierig und anstrengend. Ab ca. 30+ Knoten sollte man als Einsteiger nicht mehr aufs Wasser gehen.
Die genaue Grenze hängt immer von mehreren Faktoren ab – vor allem Körpergewicht, Kitegröße, Board und Erfahrung. Leichtere Fahrer oder große Kites kommen auch mit weniger Wind klar, während schwerere Personen mehr Wind benötigen.
Kurz gesagt:
- Minimum: ca. 10–11 Knoten
- Empfohlen für Anfänger: ca. 12–20 Knoten
- Optimaler Lernbereich: ca. 14–20 Knoten
Wo sind die besten Kitespots für Anfänger?
In Europa und weltweit Kitesurfen: Beste Spots für Anfänger
- Lo Stagnone in Sizilien (Italien) gilt als einer der besten Einsteigerspots Europas. Die große Lagune ist extrem flach und bietet konstanten Wind sowie ideale Bedingungen für erste Fahrversuche.
- Leucate in Frankreich überzeugt durch seine Lagunen mit Flachwasser und zuverlässigem Wind. Anfänger profitieren hier von sicheren Bedingungen und vielen Kiteschulen.
- Die Lagune von Óbidos in Portugal ist besonders ruhig und übersichtlich. Der moderate Wind und das stehtiefe Wasser machen sie perfekt für entspanntes Lernen.
- Alaçatı in der Türkei bietet flaches Wasser und konstanten thermischen Wind, vor allem im Sommer. Der Spot ist sehr einsteigerfreundlich und gut organisiert.
- El Gouna und Soma Bay in Ägypten zählen zu den besten Lernrevieren weltweit. Große Stehbereiche, warmes Wasser und konstanter Wind sorgen für optimale Bedingungen.
- Paje auf Sansibar bietet viel Platz, flaches Wasser bei Ebbe und gleichmäßigen Wind. Ideal für Anfänger, die Lernen und Urlaub kombinieren möchten.
- Tarifa in Spanien ist ein bekannter Kitespot mit guten Windbedingungen und großen Stränden, allerdings oft stärkerem Wind und vielen Kitern.
Die besten Orte zum Kitesurfen lernen in Deutschland
- St. Peter-Ording an der Nordsee bietet riesige Strände und viel Platz. Anfänger haben hier genügend Raum, um sicher zu üben.
- Rügen an der Ostsee ist bekannt für seine flachen Boddengewässer. Diese bieten ideale Bedingungen für Einsteiger mit viel Stehbereich.
- Fehmarn zählt zu den beliebtesten Kitespots Deutschlands. Viele Flachwasserbereiche und gute Windverhältnisse machen die Insel besonders attraktiv für Anfänger.
- Büsum an der Nordsee ist etwas ruhiger und eignet sich gut für Einsteiger, die entspannt lernen möchten.
- Das Steinhuder Meer ist ein flaches Binengewässer und besonders für die ersten Übungen geeignet, da es keine Wellen gibt.
- Der Brombachsee in Bayern bietet ebenfalls gute Bedingungen für Anfänger im Süden Deutschlands, vor allem bei stabilen Sommerwinden.
Wie lange braucht man um Kitesurfen zu lernen?
Die meisten Anfänger beherrschen die Basics bereits nach zwei bis drei Tagen Kurs und einigen Praxisstunden. Nach etwa einer Woche mit regelmäßigem Training können viele schon selbstständig fahren. Wichtig für den Lernerfolg sind außerdem gute Bedingungen: ein Spot mit flachem Wasser, konstantem Wind (ca. 12–25 Knoten) und ausreichend Platz erleichtert den Einstieg erheblich.










