Worin unterscheiden sich das Segeln auf Katamaran und Jolle?

Wollt ihr gern das Segeln lernen, seid euch aber nicht sicher, ob ihr für den Einstieg die Jolle oder den Katamaran wählen sollt? Hier bekommt ihr einen Überblick über wichtige Merkmale bei diesen beiden Arten von Wasserfahrzeugen. Wer noch nie segeln war, der kann ja zunächst in diesen Sport hineinschnuppern. Dann macht es erst einmal auch keinen großen Unterschied, auf welchem Boot man beginnt.

Falls ihr eure ersten Segelversuche auf der Jolle macht und euch ein bestimmter Aspekt daran nicht so gut gefällt, ist das auf dem Katamaran vielleicht anders. Dann macht es durchaus Sinn letzteren auch mal auszuprobieren. In unseren Segelcamps an der Ostsee für Kinder und Jugendliche könnt ihr eure ersten Segelerfahrungen auf dem Katamaran sammeln. Jetzt widmen wir uns einigen Unterschieden zwischen diesen beiden Bootsklassen.

Unterschied zwischen Katamaran und Jollen Segeln

Was ist überhaupt eine Jolle?

Mit einer Jolle ist beim Segeln für Kinder und Jugendliche üblicherweise die Optimisten-Jolle gemeint. Hierbei handelt es sich um kleines, leichtes Segelboot, das für Kinder bis ca. 15 Jahren geeignet ist. Es hat lediglich ein Segel, ist sehr einfach zu handhaben und dient vielen Nachwuchsseglern als Einstieg in diesen Sport. Vom grundlegenden Aufbau her ist es mit einem normalen Segelboot zu vergleichen. Das ursprüngliche Modell wurde im Jahr 1947 vom US-amerikanischen Bootsbauer Clark Mills entworfen.

Zusammen mit seinem Kameraden Major Clifford McKay aus dem Segelclub „Sailing Club Clearwater“ baute er für weniger als 50 Dollar den ersten Optimisten mit kastenförmigem Rumpf und einem kleinen Gaffelsegel. Zur Bezeichnung inspirierte sie ihr Clubhaus mit dem Namen „Club Optimist“. Anfang des Jahres 1948 brach der Sohn von McKay zur Jungfernfahrt in der Bucht von Clearwater auf. Hierbei stellte sich heraus, dass die Konstruktion wirklich sehr stabil und für Kinder überaus leicht händelbar war. Ein paar Jahre später wurde der dänische Architekt Axel Damgaard während einer Segelreise auf diesen Bootstyp aufmerksam und nahm die Idee mit in seine Heimat.

Dort tat er sich mit einigen seiner Kameraden aus seinem Yachtclub zusammen und baute einen Optimisten nach. Für diesen benutzte er jedoch eine bis heute übliche Rigg. Im Jahr 1954 fuhr dann der erste Optimist im Smalands-Fahrwasser. Paul Elvstrøm, schon damals einer der erfolgreichsten Segler, setzte sich für die Austragung einer dänischen Meisterschaft im Optimisten-Segeln ein. Schnell verbreitete sich dieser Bootstyp über Skandinavien, Frankreich und England. Die erste Weltmeisterschaft wurde schließlich 1962 in Südengland ausgetragen.

Drei Jahre später wurde die „International Optimist Dinghy Association“ während der Weltmeisterschaft in Finnland gegründet. Während die Jolle früher aus Sperrholz gebaut wurde, verwendet man heute überwiegend glasfaserverstärkten Kunststoff. Gesteuert wird mit einem Ruderblatt, was hinten im Wasser hängt. Damit das Boot nicht abdriftet, hat es am Rumpf ein steckbares Schwert.

Woher stammt die Idee des Katamarans und wie ist er aufgebaut?

Bereits ca. 1500 v. Chr. verwendeten Polynesier Katamarane. Sie nutzen dafür zwei Kanus, welche sie durch Querbalken miteinander verbanden. Für den Antrieb nutzten sie eines oder mehrere Segel. Diese Grundform ist bis heute erhalten geblieben. Lange Zeit geriet diese Bauweise in Europa in Vergessenheit. Erst im Jahr 1768 baute Patrick Miller einen Trimaran (mit drei Rümpfen) und der US-Amerikaner Robert Fulton zu Beginn des 19. Jh. drei Katamarane, welche in New York als Hafenfähren verwendet wurden.

Junger Mann lernt Segeln auf einer Jolle

Bei diesen handelte es sich jedoch um Motorkatamarane. Wer das Segeln als Freizeitsport betreibt, nutzt natürlich Segelkatamarane. Heutzutage besitzt der Katamaran zwei Ruderblätter, die jeweils an einem Rumpf befestigt sind. Damit der Katamaran nicht abdriftet, hat er Schwerter am Rumpf. Aufgrund der zwei Rümpfe kann er nicht in Schräglage geraten.

Durch seine große Gesamtbreite, liegt der Katamaran relativ sicher im Wasser. Da er jedoch formstabil ist, kann er theoretisch auch kentern. Je nach Größe des Katamarans lässt sich dieser dann auch nicht mehr ohne (technische) Hilfe aufrichten.

Die Segeleigenschaften von Jolle und Katamaran im Vergleich

Da Katamarane den Wellen weniger Widerstand bieten, sind sie oftmals schneller unterwegs als Ein-Rumpf-Boote. Sie liegen weniger tief im Wasser, was es Seglern ermöglicht in flachere Gewässer zu fahren als es mit einer Jolle möglich wäre. Optimisten bilden hier eine Ausnahme, da sie durch ihr geringes Gewicht nicht sehr tief im Wasser liegen.

Einen Optimisten können wie gesagt schon Kinder alleine steuern. Bei einem Katamaran ist das ab einer gewissen Größe nicht mehr möglich. Während die Jolle sich während der Fahrt zur Seite neigen kann (krängen) ist das bei einem Katamaran aufgrund seiner zwei Rümpfe nicht möglich Jedoch ist die Krängung auch wiederum ein Sicherheitsmerkmal. Denn ein zur Seite geneigtes Boot verkleinert automatisch seine Segelfläche und stellt sich nach der Böe wieder aufrecht.

Der Segler selbst braucht dabei nur wenig tun. Eine starke Krängung ist für ihn stattdessen ein einfaches Zeichen für die Verkleinerung der Segelfläche. Eine solche Vorwarnung ist bei einem Katamaran nicht vorhanden. Stattdessen kann in der Takelage bei zu hoher Windbelastung gleich etwas kaputtgehen, wenn der Segler dies nicht selbst bemerkt.

Im Team Jollen Segeln lernen

Idealer Einstieg ins Segeln für Kinder und Jugendliche

Wenn junge Menschen gerne das Segeln einmal ausprobieren wollen, so tun sie das am besten im Rahmen eines Segelkurses. Hier erhalten sie die nötige fachliche Anleitung und Begleitung, um alle Grundlagen dieses Trendsports zu erlernen. Die professionellen Segellehrer haben Erfahrung im Vermitteln von Wissen an Kinder und Jugendliche. So nutzen sie immer die passenden Methoden, um den jungen Lernern relevante Aspekte anschaulich nahezubringen.

Auch bei deren ersten Versuchen auf dem Wasser sind sie immer in der Nähe. Daher ist für die Sicherheit auf jeden Fall gesorgt. Bevor die Kinder und Jugendlichen allerdings in See stechen, erhalten sie eine theoretische Einführung zur Handhabung der Ausrüstung. Auch wichtige Themen, welche die Sicherheit, Natur und Umwelt oder Knoten betreffen, lernen sie von den Segeltrainern. Diese widmen sich den Teilnehmern in kleinen Gruppen und helfen ihnen bei ihren ersten Stunden auf dem Katamaran.

Je nach Alter gibt es das Segelcamp für Kinder ab 7 Jahren oder für Jugendliche ab 13 Jahren. Beide Ferienlager finden an der deutschen Ostseeküste in Schleswig-Holstein statt.

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